Kondensatorentladung


Bezug zum Kerncurriculum:
Ich kann den Entladevorgang eines Kondensators mithilfe einer Exponentialfunktion beschreiben, aus den Messdaten die Parameter R bzw. C des zugehörigen t-I-Zusammenhangs ermitteln, diesen mit der Exponentialfunktion zur Basis e darstellen und die Auswahl der geeigneten Regression auf der Grundlage der Messdaten begründen.
Ich kann die bei der Entladung des Kondensators geflossene Ladung mithilfe von t-I-Diagrammen ermitteln.


Ein Kondensator wird an eine Gleichspannungsquelle angeschlossen und an der Gleichspannungsquelle wird ein fester Spannungswert eingestellt. Der Kondensator wird dadurch aufgeladen. Wenn der Kondensator mit sich selbst verbunden wird, entlädt sich der Kondensator. Zusätzlich zum Kondensator kann ein Widerstand in den Stromkreis eingebaut werden. Der Widerstand kann ein ohmscher Widerstand oder z.B. eine Lampe sein:

Das Verhalten im Stromkreis können Sie in folgender Simulation studieren:

Experiment: Auf-/ und Entladung eines Plattenkondensators

Klicken Sie auf den Tab "Durchführung" und führen Sie das interaktive Experiment im Tab "Interaktives Experiment" wie beschrieben durch.

In einem neuen Fenster starten: Plattenkondensator

Erläuterung der physikalischen Vorgänge

Kondensator-Aufladung
Die Kondensatorplatte, welche am negativen Pol der Gleichspannungsquelle angeschlossen wird, ist zu Beginn des Aufladevorgangs elektrisch neutral. Nachdem der Schalter geschlossen wurde, stößt der negative Pol der Ladungsquelle Elektronen ab und "pumpt" diese auf die angeschlossene Kondensatorplatte. Je mehr Elektronen auf der zunehmend negativeren Platte vorhanden sind, desto mehr stoßen sich diese voneinander ab. Irgendwann sind dann so viele Elektronen auf der negativ geladenen Platte, dass die abstoßenden Kräfte der Elektronen auf der Kondensatorplatte gleich groß sind, wie die abstoßenden Kräfte der Spannungsquelle. Sobald dieses Kräftegleichgewicht erreicht wird, ist die maximale Kondensator-Ladung \(Q_0\) und die maximale Kondensator-Spannung \(U_0\) (entspricht der von aussen anliegenden Spannung) erreicht. Die Stromstärke \(I\) ist am Anfang des Aufladevorgangs am größten, da die Elektronen maximal von der Spannungsquelle abgestoßen werden, aber noch keine Gegenkraft von der noch neutralen Kondensatorplatte erfahren. Je größer die Anzahl der Elektronen auf der Kondensatorplatte wird, desto größer wird die abstoßende Kraft und die Stromstärke des Aufladestroms sinkt. Sobald die abstoßenden Kräfte der Spannungsquelle und der negative geladenen Kondensatorplatte gleich groß sind, ist die Kondensatorplatte vollständig geladen und der Aufladestrom kommt zum Erliegen.

Für die am positiven Pol der Spannungsquelle angeschlossene Kondensatorplatte kann die Argumentation analog erfolgen, mit dem Unterschied, dass jetzt Anziehungskräfte auf die Elektronen wirken.

Der Widerstand \(R\) begrenzt die Stromstärke \(I\) des Aufladestroms wegen \(U = R \cdot I\), also \(I = \frac{U}{R}\).

Kondensator-Entladung
Die Kondensatorplatte, welche am negativen Pol der Gleichspannungsquelle angeschlossen wird, ist zu Beginn des Entladevorgangs mit der Ladung \(Q_0\) maximal geladen. Die angeschlossene Spannungsquelle verhindert einen Ladungsausgleich. Legt man den Schalter um, so dass der Kondensator von der Spannungsquelle getrennt wird (siehe Abbildung zur Kondensator-Entladung) und die beiden Kondensator-Platten leitend verbunden sind, beginnt der Entladungsvorgang. Die Elektronen der negativ geladenen Kondensatorplatte stossen sich gegenseitig ab und werden von den Protonen der positiv geladenen Kondensatorplatte angezogen. Die Elektronen fließen solange von der negativ geladenen Kondensatorplatte zur positiv geladenen, bis beide Platten elektrisch neutral sind und die resultierenden abstoßenden und anziehenden Kräfte auf die Elektronen verschwinden.

Die Stromstärke \(I\) ist am Anfang des Entladungsvorgangs am größten, da die Elektronen maximal von der negativ geladenen Kondensatorplatte abgestoßen und maximal von der positiv geladenen Kondensatorplatte angezogen werden. Je geringer die Anzahl der überschüssigen Elektronen auf der negativ geladenen Kondensatorplatte ist und je geringer die Anzahl der fehlenden Elektronen auf der positiv geladenen Kondensatorplatte ist, desto geringer wird die Stromstärke \(I\) des Entladestroms.

Auch hier begrenzt der Widerstand \(R\) die Stromstärke \(I\) des Entladestroms wegen \(U = R \cdot I\), also \(I = \frac{U}{R}\).

Bei der Aufladung und der Entladung des Kondensators ändern sich die Spannung zwischen den Kondensatorplatten und die Stromstärke ständig. Diese beiden Größen werden deswegen als eine Funktion der Zeit dargestellt:

\[ I(t) = \frac{U(t)}{R}\]

In der folgenden Simulation können Sie die zeitliche Veränderung der Stromstärke \(I(t)\) und die zeitliche Veränderung der Spannung \(U(t)\) bei der Auf- und Entladung eines Kondensators studieren.

Experiment: Auf-/ und Entladung eines Plattenkondensators

Klicken Sie auf den Tab "Durchführung" und führen Sie das interaktive Experiment im Tab "Interaktives Experiment" wie beschrieben durch.

In einem neuen Fenster starten: Auf- und Entladung eines Kondensators


Der Entladevorgang eines Kondensators kann mit folgenden Formeln beschrieben werden:

Ladung \(Q(t)\) auf den Kondensatorplatten:

\[ Q(t) = Q_0 \cdot e^{-\frac{1}{R \cdot C} \cdot t}\]

Stromstärke \(I(t)\) im Stromkreis:

\[ I(t) = - I_{0} \cdot e^{-\frac{1}{R \cdot C} \cdot t}\]

Spannung \(U_C(t)\) am Kondensator:

\[ U_C(t) = U_0 \cdot e^{-\frac{1}{R \cdot C}\cdot t}\]


Die Halbwertszeit \(t_H\) ist das Zeitintervall, in welchem sich die Ladungsmenge auf dem Kondensator halbiert hat.

Für die Halbwertszeit der Ladung auf einem Kondensator gilt:

\[ t_H = R \cdot C \cdot ln(2).\]